Sind die Löhne des Bundes stärker gestiegen als in der Privatwirtschaft?

Im Wahljahr wieder immer wieder behauptet, dass die Löhne des Bundes in den letzten Jahren stärker gestiegen seien als in der Privatwirtschaft. Zur sehr guten Entlöhnung kämen grosszügige Pensionskassenleistungen hinzu. Beides trifft nicht zu, wie der Bundesrat gegenüber dem Nationalrat klargestellt hat. Von besonderen Privilegien bei der Entschädigungspraxis des Bundes kann keine Rede sein.

Klarstellungen des Bundesrates

Seit dem Jahre 2005 liegen die Ergebnisse von zwei umfassenden Studien zu den Löhnen und Nebenleistungen sowie zu den Vorsorgeplänen der Pensionskasse PUBLICA vor.

Gemäss Lohnvergleich lagen die Löhne von Sachbearbeitungs- und gut qualifizierten Funktionen auf gleicher Ebene wie in der Privatwirtschaft und in den Kantonen. Sehr gut qualifizierte Mitarbeitende und Kader verdienten in der Privatwirtschaft deutlich mehr.

Die Nebenleistungen waren beim Bund insgesamt leicht schlechter als in der Privatwirtschaft und in den Kantonen. Auch die Leistungen und die Beitragsstruktur der Pensionskasse PUBLICA waren ungünstiger als jene im Vergleichsmarkt.

In den Jahren 2013 und 2014 haben Kurzstudien zur Entlöhnung und zur beruflichen Vorsorge diese Feststellungen weitgehend bestätigt.
Seine Lohnmassnahmen stützt der Bundesrat jeweils auf die prognostizierte Teuerung gemäss Bundesamt für Statistik und auf die von anderen Arbeitgebern vorgesehenen Lohnerhöhungen gemäss den Umfragen privatwirtschaftlicher Organisationen (u.a. UBS-Lohnumfrage). Die Entwicklung wird dem Parlament in der jährlichen Zusatzdokumentation Personal zur Staatsrechnung aufgezeigt.
Die Lohnanpassungen der letzten Jahre berücksichtigten die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt und die Situation beim Bund.

Die für das Jahr 2014 gewährte Erhöhung von + 0,7 Prozent lag unter dem Mittel aller Branchen (Durchschnitt gemäss UBS-Lohnumfrage: + 1,0%.) Grenzt man die Analyse noch genauer auf die mit der Bundesverwaltung vergleichbaren Branchen ein, so liegt die kumulierte Lohnentwicklung der letzten zehn Jahre in der Bundesverwaltung 2,3 bis annähernd 5,0 Prozentpunkte tiefer als jene in den vergleichbaren Branchen.

Quelle: Stellungnahme des Bundesrates zum Postulat von Nationalrat Gregor A. Rutz (SVP/ZH): Keine Sonderprivilegien bei der Entschädigungspraxis des Bundes. Parlamentsgeschäft Nr. 15.3435.

Vereinigung der Kader des Bundes